Das Parkinsonsche Gesetz ⚖️

Bereits vor einem guten halben Jahrhundert formulierte der britische Soziologe  und Publizist Cyril Northcote Parkinson folgendes Theorem:

„Work expands so as to fill the time available for its completion.“

C. N. Parkinson

Frei übersetzt bedeutet dies so viel wie:

„Arbeit dehnt sich in genau dem Maße aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“

Zwar wollte Northcote mit diesem Satz vor allem das Bürokratiewachstum der britischen Verwaltung auf die Schippe nehmen, doch hatte der Wissenschaftler mit seiner Publikation tatsächlich ein weit verbreitetes noch heute reelles Phänomen beschrieben.

Ihm war aufgefallen, dass obwohl die britische Marine immer weniger Schiffe im Einsatz hatte, die Anzahl der Admiräle stetig anstieg. Kann es wirklich sein, dass trotz weniger Arbeitsaufwand, mehr Personal für dessen Verwaltung benötigt wird?

Doch dieses Phänomen ist nicht nur in der Verwaltung anzutreffen.

Für das Streichen eines Treppenhauses veranschlagt ein Malerbetrieb 6 Stunden Arbeitszeit. Der Anstreicher kommt, liefert gute Arbeit ab und war tatsächlich in ungefähr 6 Stunden fertig.

Sechs Wochen später streicht der gleiche Malerbetrieb für das identische Wohnhaus nebenan (dieses hat einen anderen Besitzer) ebenfalls das Treppenhaus. Es kommt derselbe Anstreicher für die Arbeit, nur wurde dieses Mal ein Festpreis ausgehandelt. Der Mann war in 4 Stunden fertig!

Wie kann dass sein?

Haus A wurde dienstagvormittags gestrichen und der Anstreicher wusste, dass 6 Stunden für die Arbeit veranschlagt wurden.

Haus B wurde freitagvormittags gestrichen und der Anstreicher wusste, dass laut Angebot ein Festpreis ausgehandelt war.

Dienstags ging die Arbeitszeit des Mitarbeiters bis 17 Uhr, Freitags wird nur bis 12 Uhr gearbeitet.

Weitere Beispiele hierzu gibt es zu Hauf, von der langsamer gestellten Maschine, damit man zum Schichtende nicht noch neu Einrichten muss, bis zum trödelnden LKW-Fahrer der nicht noch eine weitere Tour aufgebrummt bekommen möchte. Jedem sollte so etwas schon einmal aufgefallen sein. Hat man für eine Aufgabe, für die man normalerweise eine halbe Stunde braucht, plötzlich eine Dreiviertelstunde Zeit wird man diese meistens auch in Anspruch nehmen. Hat man für dieselbe Aufgabe aus irgendeinem Grund nur eine Viertelstunde oder 20 Minuten Zeit, ist diese trotzdem meistens zu schaffen.

Diesen Effekt kann man sich aber auch zu Nutze machen, indem man sich die Aufgaben die man erfahrungsgemäß gerne mal in die Länge zieht, bewusst so legt dass man nicht zu viel Zeit für deren Erledigung hat. Zum Beispiel kurz vor der Pause oder kurz vor Feierabend.

Hat man Mitarbeiter zu delegieren, sollte man das Parkinson-Gesetz ebenfalls kennen und sich zu Nutze machen. Beim Übertragen einer Aufgabe empfiehlt es sich also, immer auch einen realistische Endtermin bzw. Zeitraum für deren  Erledigung festzulegen.

Ich vergebe die Aufgaben, die erfahrungsgemäß zum Trödeln, Schwätzchen halten oder heimlich noch eine rauchen einladen, gerne kurz vor der Mittagspause oder vor Feierabend.

Wer sein Arbeitstempo selbst etwas kritisch bewertet, kann mit Sicherheit hier und da 5 bis 10 Minuten einsparen und somit in der Summe schnell eine Stunde, entweder für echte Produktivität oder aber für andere Dinge (wie z.B. Sport, Bildung oder Freizeit) generieren.

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